Die Regel
Nach § 12 Absatz 3 Umsatzsteuergesetz gilt für die Lieferung und Installation von Solarmodulen, wichtigen Komponenten und Speichern ein Steuersatz von 0 %.
Voraussetzung ist, dass die Anlage auf oder in der Nähe von Wohngebäuden oder bestimmten öffentlichen Gebäuden installiert wird. Bei Anlagen bis 30 Kilowattpeak laut Marktstammdatenregister gilt diese Voraussetzung als erfüllt.
Was das im Gespräch heißt
Für viele Einfamilienhäuser fällt beim Kauf der Anlage keine Umsatzsteuer an. Ob die Voraussetzungen im Einzelfall erfüllt sind, hängt von der konkreten Anlage ab.
- Die Regel betrifft den Kauf und die Installation
- Bis 30 kWp gelten die Voraussetzungen als erfüllt
- Steuerliche Fragen im Einzelfall beantwortet ein Steuerberater
Seit wann gilt der Nullsteuersatz?
Der Steuersatz von 0 % für Photovoltaik gilt seit dem 1. Januar 2023. Es zählt, wann die Lieferung ausgeführt wird. Auch für das Jahr 2026 gilt er weiter, das Gesetz nennt kein Ende.
Für welche Anlagen gilt er?
Die Anlage muss auf oder in der Nähe von Privatwohnungen, Wohnungen oder öffentlichen Gebäuden stehen, die dem Gemeinwohl dienen. Hat die Anlage nach dem Marktstammdatenregister höchstens 30 Kilowatt (peak), gilt diese Voraussetzung als erfüllt. Bei größeren Anlagen prüft das Finanzamt im Einzelfall.
- Einfamilienhaus, Mehrfamilienhaus und Wohnung: ja
- Gebäude für gemeinwohlnützige Tätigkeiten, etwa Schulen oder Vereinsheime: ja
- Anlage bis 30 kWp laut Marktstammdatenregister: Voraussetzung gilt als erfüllt
- Anlagen über 30 kWp, etwa auf Gewerbedächern: Einzelfall
Was zum Nullsteuersatz gehört
Begünstigt sind die Lieferung an den Betreiber von Solarmodulen, von wichtigen Komponenten wie dem Wechselrichter, die Lieferung von Speichern für Solarstrom und die Installation der Anlage. Auch ein Speicher, der später nachgerüstet wird, kann dazugehören, wenn die Anlage die Voraussetzungen erfüllt.
Balkonkraftwerk und Umsatzsteuer
Auch steckerfertige Solargeräte, also Balkonkraftwerke, fallen unter den Nullsteuersatz, weil sie Solarmodule und einen Wechselrichter enthalten und die Leistungsgrenze weit unterschreiten.
Was der Nullsteuersatz für Betreiber heißt
Auf der Rechnung des Installationsbetriebs steht keine Umsatzsteuer. Als Betreiber, der Strom ins Netz einspeist, bist du zugleich Unternehmer im Sinne des Umsatzsteuerrechts. Ob du die Kleinunternehmerregelung nutzt oder regulär versteuerst, ist deine Entscheidung. Eine Einführung gibt der Ratgeber zur Kleinunternehmerregelung von FE Group unter Quellen, die Wahl klärst du mit einem Steuerberater.
Häufige Fragen
Gilt die Mehrwertsteuer von 0 % auf PV-Anlagen auch 2026?
Ja. Der Nullsteuersatz nach § 12 Absatz 3 UStG gilt seit dem 1. Januar 2023 und hat kein Enddatum im Gesetz. Es zählt der Zeitpunkt der Lieferung.
Wie viel Mehrwertsteuer zahle ich auf eine PV-Anlage?
Bei Anlagen, die die Voraussetzungen erfüllen, 0 %. Das heißt, auf der Rechnung steht keine Umsatzsteuer.
Gilt der Nullsteuersatz auch für den Speicher?
Ja, für Speicher, die den Solarstrom der Anlage speichern, einschließlich der Installation.
Gilt der Nullsteuersatz auch für ein Balkonkraftwerk?
Ja, wenn die Voraussetzungen erfüllt sind. Bei Anlagen bis 30 Kilowatt laut Marktstammdatenregister gelten sie als erfüllt.
Gilt er auch für Gewerbedächer oder Anlagen über 30 kWp?
Bis 30 kWp laut Marktstammdatenregister gilt die Voraussetzung als erfüllt, auch auf einem Gewerbedach. Größere Anlagen müssen auf oder in der Nähe von Wohnungen oder gemeinwohlnützigen Gebäuden stehen, das prüft das Finanzamt im Einzelfall.
